Sommer, Sonne, Immenhausen und dann war da auch noch der Wölflingssommer im Jahr 1997.
Von der Idee
Im Programmrat Immenhausen entstand vor langer Zeit die Idee, die Sommer in unserem Bundeszentrum durch attraktive Angebote für unsere Mitglieder interessanter zu gestalten und Freizeiten zu verschiedenen Themen anzubieten. Mit Eike als Bundesbeauftragte haben wir versucht, die Idee, einen Wölflingssommer unter der Regie der Bundesbeauftragten mit ihrem Team den Landesbeauftragten durchzuführen besprochen, doch zur Umsetzung kam es leider nicht, auch wenn die Idee grundsätzlich für gut empfunden wurde. Nun nach einiger Zeit haben wir als Programmarbeitskreis selbst die Initiative ergriffen. Zwersch, Horst und ich suchten einen passenden Termin (der Ferienschnittpunkt konnte wegen des Bundeslagers nicht belegt werden, die Alternative an der mindestens drei Landesverbände beteiligt sein konnten war dann vom 3. bis 12. Juli 1997) und wir bemühten uns, die Landesbeauftragten (zur Zeit gab es keinen Bundesbeauftragten) für die Idee einen Wölflingssommer durchzuführen zu begeistern. Doch leider mit wenig Erfolg. Lediglich Exa und Minni die LB's aus Nordrhein-Westfalen waren zeitweise dabei, um mitzuarbeiten und sich von der Idee zu überzeugen. Sie können bei passender Gelegenheit sicher auch von den eigenen Erlebnissen im Arbeitskreis der Landesbeauftragten berichten und wir wünschen uns, zu einem anderen Terminen können die LB's sich zusammentun, um für die ihre Landesverbände einen Wölflingssommer unter der eigenen Regie in Immenhausen durchführen.
Werbung
Unsere Werbung für den Wölflingssommer starteten wir auf unterschiedlichen Wegen. Zum einen über LOGO, in zwei Zeitschriften machten wir auf diesen Sommer aufmerksam. Außerdem habe ich über den kurzen Weg der Bildungsreferenten die Anschriften der Meuten in Berlin und Schleswig Holstein/Hamburg bekommen. Also sind alle Meuten in diesen LV's und in Nordrhein-Westfalen gezielt angeschrieben worden. Leider auch hier mit wenig Resonanz. Das bevorstehende Bundeslager war für viele Meutenführungen ein Hindernis (obwohl der Wölflingssommer 14 Tage vorher beendet war).
Die Meuten
Fünf Meuten aus Schleswig Holstein und Nordrhein-Westfalen sind in der Zeit vom 3. bis 12. Juli zum Wölflingssommer in Immenhausen zusammen gekommen. Für das erste Wochenende war auch die Meute aus Oberursel (Hessen) bei uns als Kurzgast. Gelungene Ferientage für die Kinder. Sie haben Freunde und Spielpartner über die eigene Meute hinaus gefunden. Viel Zeit für die Entdeckungen und kleinen Abenteuer auf unserem Gelände aber auch am Bach und dem angrenzenden Wald sowie die gestalteten Programme der Meutenführungen und dem Organisationsteam rundeten den Tag ab. Was wir eigentlich immer schon wußten, unser Bundeszentrum ist geradezu Ideal für Wölflinge. Bei allen Meuten und Meutenführungen möchten wir uns für die Bereitschaft bedanken, bei dem ersten Wölflingssommer - quasi dem Experiment einen Themensommer in Immenhausen mitzumachen.
Die Meutenführung
Wir haben in unserer Werbung für diesen Wölflingssommer davon gesprochen, es wäre auch möglich, nur mit wenigen Kindern, also mit Teilmeuten zu kommen - oder auch wenn die Meutenführung noch über wenig Lagererfahrung mit den Kindern verfügt, sind im Lager ausreichend Erwachsene mit der entsprechenden Erfahrung.
- Mutig war es da schon, was da so in einigen Stämmen abging. Da wurden während der Freizeit die Meutenführungen ausgewechselt. Das ist für die Kinder sicher nicht einfach gewesen, denn wenn die Bezugspersonen wechseln, bedeutet dieses doch immer auch einen Bruch der Orientierung innerhalb der Meute.
- Auch wenn eine Meute mit eifrigen Sippenführerinnen vom Stamm geschickt werden, sind diese mit den Kindern überfordert. Wenn so junge Frauen, die als Ersatz für die Meutenführung geschickt werden, können sie zu den Kindern keine Beziehung aufbauen, sondern sie sind bei gutem Willen nur in der Lage aufzupassen, daß den Wölflingen nichts passiert. Doch alles, was über den Rahmen von zwei Meutenstunden hinausgeht, überfordert und läßt so eine Aufgabe über 10 Tage zur Last werden - und das merken dann auch die Kinder.
- Das, was wohl alle Meutenführungen beschäftigt hat, war die Tatsache, eine Meute hat ein Gastkind, Andrea mit ins Lager gebracht. Dies muß ja zuerst noch kein Fehler sein, doch wenn sie aus den USA kommt, kein anderes Kind und keine Bezugsperson innerhalb der Meute hat - sehr traurig ist, viel weint und wieder zum Vater will und nur englisch spricht wird es mehr als problematisch. Auch unser amerikanischer Staff konnte (weil er ein Mann ist) hier nicht hilfreich sein. Da die Meutenführung die Heimatanschrift der Großmutter bzw. des Vaters nicht hatte, war die anfängliche Kommunikation schon sehr schwierig. Nachdem es gelungen war, eine Telefonnummer ausfindig zu machen - und nachdem der Vater seiner Tochter ein größeres Geschenk versprochen hatte, normalisierte es sich etwas - vor allem, nachdem Andrea intensive Zuwendungen und Einzelbetreuung erhielt.
- Verhaltensauffällige Kinder, von denen ein sehr störendes Kind wieder nach Hause mußte - es wurde vom Vater abgeholt (nach einem tätlichen Angriff auf ein Mädchen aus der eigenen Meute), lassen die Gedanken aufkommen, jede Meute/jede Meutenführung kann nur in einem sehr begrenzten Rahmen mit auffälligen Kindern umgehen. Dabei muß es sich nicht nur um sogenannte gestörte Kinder handeln, auch "normale" Kinder benötigen viel Zuwendungen und Anerkennung als eigenständige Person.
Wölflinge fühlen sich nur dann in der Meute wohl, wenn sie von ihren Meutenführungen und den beteiligten Kindern akzeptiert und angenommen werden. Klar es ist nicht immer ganz leicht, wenn die Kinder mit Problemen und Schwierigkeiten kommen, diese voll anzunehmen. Deshalb finde ich es notwendig, dass die Meutenführungen über ein gewisses Alter und die Souveränität verfügen und sich so besser ihren verantwortungsvollen Aufgaben widmen können.
Stammesführungen und auch Landesverbände, die für mich ebenfalls die Verantwortung für das Geschehen in dieser Basisstufe haben, müssen sich bei der Übergabe der Verantwortung an die Meutenführungen genau überlegen, ob die sehr jungen Menschen auch in der Lage und Bereit sind, diese Aufgabe zu erfüllen. Vielleicht muß auch durch den Bundesbeauftragten für den Ausbildungsbereich formuliert werden, welche Ansprüche an Meutenführungen gestellt werden. (Es reicht nicht aus, nur den guten Willen zu haben, mit den Kindern zu spielen).
Zum Ablauf des Wölflingssommers
Aufstehen
Während wir am ersten Tag schon um 5.45 Uhr die ersten Wölflinge herumspuken hörten pendelte sich das Aufstehen in den folgenden Tagen bei ca. 8.00 bis 8.30 Uhr ein. Da wir ja keine Ausbildungsveranstaltung mit einem engen Zeitplan sind, haben wir uns auf die Bedürfnisse der Kinder eingestellt. Mit der gemeinsamen Morgenrunde konnten wir gegen 10.00 Uhr in den Tag starten.
Das Frühstück
gab es nach dem auf Praxiskursen bewährten Korbsystem also jede Meute konnte an einem selbst gewählten Platz gemeinsam das Frühstück einnehmen Die Vorliebe der Kinder zu den Cornflakes wurde schnell deutlich. ca. 10 Liter Milch und mehr wurden gebraucht. Der Verbrauch von Honig, Marmelade hielt sich in Grenzen. Beliebt natürlich die Nußnugatcrem. Hier stellt sich natürlich die Frage - in wieweit haben die Meutenführungen darauf geachtet, dass
a) auch alle Kinder ausreichend gefrühstückt haben .... Brötchen mit Wurst/Käse
b) der Anteil der süßen Aufstriche sich in Grenzen hält
c) das die Kinder auch ausreichen Getränke zu sich nehmen
Eigene Programmangebote der Meutenführungen und Partnerprogramm am Vormittag.
Einzelne Meutenführungen hatten sich auch für den Vormittag einige Bastelvorschläge vorbereitet- es kam unterschiedlich gut bei den Kindern an - lieber aber gingen die Meutenführungen (vor allem, die mit den wenigen Ideen) auf die Vorschläge ein, z.B. gemeinsam zu spielen. Es wurden dann auch ein Wolfslauf, ein Geländespiel und sportliche Spiele gemeinsam durchgeführt. Der Besuch beim Bauern Glasel, unserem Milchbauern kam bei den Kindern besonders gut an.
Der Verpflegungsplan - Mittagessen
richtet sich nach den Verpflegungsbedürfnissen der Kinder. Die notwendige Küchenausrüstung und das Küchenzelt (weiße Jurte und Hochkothe) haben wir uns vom Landesverband Nordrhein- Westfalen ausgeliehen. Es war uns bei der unsicheren Beteiligung der Meuten sicherer, nicht die Hausküche zu nutzen, sondern wir wollten versuchen, den Preis für die 10 Tage Lager durch die Selbstverpflegung in Grenzen zu halten. Doch dies können wir nur weiter empfehlen, denn so können auch die Essenszeiten individuell gestaltet werden. Auch die Zwischenverpflegung bzw. der kleine Hunger bei den Wölflingen kann durch eine eigene Lagerküche besser geregelt werden.
Der Nachmittag
war laut unserer Planung dem Thema "Indianer" gewidmet. Hier haben wir die unterschiedlichen AG's angeboten, zu denen sich die Wölflinge nach dem eigenen Wunsch melden konnten. Die Ideen aber wurden fallen gelassen, wenn das Wetter mehr auf den Schwimmbadbesuch hinwies.
Am Abend
haben wir auch darauf geachtet, keine Massenveranstaltungen anzubieten, sondern hier konnten auch die Kinder/Meuten auswählen, wo sie ihren eigenen Schwerpunkt sehen wollten. Pünktlich gegen 22.00 Uhr haben wir das Programm beendet - gegen 22.30 Uhr, wenn wir uns als Team mit allen Meutenführungen zusammensetzten, waren in den meisten Meuten mit einer GuteNachtGeschichte Ruhe geschaffen.
geschrieben von Corki




